Das Farbsack-Trennsystem für die Stadt Bern

Das Farbsack-Trennsystem ist eine sinnvolle Ergänzung zum bestehenden System, denn es hat viele praktische Vorteile:
  • Separatabfälle in Farbsäcken werden zuhause abgeholt. Das mühsame Schleppen zu den verschiedenen Sammelstellen entfällt. Das ist insbesondere ein Vorteil für Bürgerinnen und Bürger mit eingeschränkter Mobilität.
  • Die vollen Säcke können bequem direkt vor dem Haus im Container entsorgt werden. Das Lagern der vollen Säcke und Papierbündel in der Wohnung entfällt und das Entsorgen ist nicht mehr von Abfuhrdaten abhängig. Das Lagern der vollen Säcke und Papierbündel in der Wohnung entfällt somit.
  • Der Einsatz von Containern anstatt Säcken und Papierbündeln reduziert die gesundheitliche Belastung der Mitarbeitenden der Kehrichtabfuhr massgeblich.
  • Das System ist ökologisch sinnvoll. Es spart private Transporte zu den Sammelstellen und entlastet diese zudem.  Desweiteren kan die Sammlung von Separatabfällen flexibel weiterentwickelt werden.
  • Durch die Nutzung von Containern verschwinden die Kehrichtsäcke und Papierbündel aus dem Stadtbild. Auch sind sie nicht mehr für Wildtiere erreichbar.

Eckwerte stadtweite Einführung

Für die stadtweite Einführung des Farbsack-Trennsystems gelten folgende Eckwerte:
  • Das Farbsack-Trennsystem basiert auf Freiwilligkeit.
  • Das System wird ergänzend zu den öffentlichen Sammelstellen für Separatabfälle eingeführt. Die Sammelstellen bleiben erhalten und können für die Entsorgung von Glas und Büchsen weitergenutzt werden.
  • Blaue Abfallsäcke sowie Papier und Karton müssen neu in Containern bereitgestellt werden (ohne Stadtteil I).

  • Das Farbsack-Trennsystem wird schrittweise in den Stadtteilen II bis VI eingeführt. Der Stadtteil I wird vom Farbsack-Trennsystem und der Containerpflicht ausgenommen, hier bleibt das Entsorgungssystem wie bisher.
  • Die Farbsäcke sind kostenpflichtig im Detailhandel erhältlich. Papier und Karton können lose und gratis im Container entsorgt werden.
Nächste Schritte
Umsetzungsvorlage im Stadtrat Sommer/Herbst 2021
Volksabstimmung zu den Investitions- und Einführungskosten sowie zu den Anpassungen im Abfallreglement November 2021
Schrittweise Einführung in den Stadtteilen II–VI ab Mitte 2022 bis Mitte 2027

Die Farbsäcke

Folgende Separatabfälle werden zuhause in vier verschiedenen Farbsäcken gesammelt: Gemischte Kunststoffe, PET-Getränkeflaschen, Glas und Büchsen/Alu/Kleinmetall. Papier und Karton werden lose im Container entsorgt. Kehricht wird weiterhin im blauen Stadtberner Gebührensack gesammelt.

Containerpflicht

Die Farbsäcke werden zusammen mit losem Papier und Kleinkarton im Farbsack-Container entsorgt. Die blauen Kehrichtsäcke werden in einem zweiten, separaten Container bereitgestellt.

Auch wer keine Farbsäcke nutzt, stellt Altpapier und Kleinkarton im dafür vorgesehenen Farbsackcontainer bereit.

Entsorgung + Recycling Stadt Bern stellt die Container zur Verfügung. Bereits bestehende Container werden nach Ablauf ihrer Lebensdauer von Entsorgung + Recycling ersetzt.

 

Desweiteren gilt:
  • Grosse Kartons in einer Kartonschachtel oder gebündelt neben den Container stellen.
  • Kleinsperrgut wie bis anhin, mit einer Kleinsperrgutmarke versehen, neben dem Container bereitstellen.
  • Grüngut wie bis anhin als separate Sammlung.

Abfuhr & Sortierung

Der Container mit Farbsäcken und Papier/Karton wird alle zwei Wochen von der Abfuhr geleert. Kehricht wird wöchentlich abgeholt. Feiertage werden vor- oder nachgeholt.

In der durch Dritte betriebenen Sortieranlage werden die Farbsäcke nach Farben sortiert, das lose Papier sowie Karton werden von den Säcken getrennt.

Papier und Karton bleiben in der Sortieranlage und werden dort weiterverarbeitet. Kunststoffe, Büchsen/Alu/Kleinmetall, Glas und PET werden dem entsprechenden Abnehmer für die Weiterverarbeitung übergeben.

Kehrichtsäcke werden wie bis anhin in der Energiezentrale Forsthaus verbrannt.

Warum das Farbsack-Trennsystem

Warum wir als städtische Entsorgung überzeugt sind:

 

Gesundheitsschutz für Beladerinnen und Belader

Das tagtägliche Hieven der Abfallsäcke und Papier/Kartonbündel ist eine langfristig sehr starke körperliche Belastung für die Mitarbeitenden der Abfuhr. Es treten insbesondere Verschleisserscheinungen im Schulter- und Rückenbereich auf. Hinzu kommen immer wieder Schnitt- und Stichverletzungen durch Spritzen und andere spitze Gegenstände in den Kehrichtsäcken. Mit der zukünftigen Bereitstellung in Containern, die für die Leerung an der Hebevorrichtung der Kehrichtfahrzeuge befestigt werden, kann der betriebliche Gesundheitsschutz massgeblich verbessert werden.

Zeitunabhängige Entsorgung

Das Bedürfnis, dann entsorgen zu können, wann man will, ist gross. Es wird bereits heute gelebt, was zu Problemen beispielsweise an den Sammelstellen führt. Die Entsorgung hängt auch stark von Abfuhrdaten ab: Vergisst jemand sein Papier am Sammeltag bereitzustellen, muss er zwei Wochen auf die nächste Abfuhr warten. Stehen Ferien an und wird der Kehrichtsack deshalb vor dem Abfuhrtermin bereitgestellt, riskiert man eine Busse. Mit dem Farbsack-Trennsystem kann an jedem Wochentag, ganz bequem im Container zuhause entsorgt werden.

Sammelstellen entlasten

Die städtischen Quartierentsorgungsstellen stossen an ihre Kapazitätsgrenzen. Sie sind permanent überlastet, was zu Unmut in der Nachbarschaft sowie zu einem grossen Reinigungs- und Instandhaltungsaufwand für Entsorgung + Recycling Stadt Bern führt. Bereits jetzt werden die Sammelstellen zweimal täglich geräumt und gereinigt. Insbesondere an den Wochenenden reicht das nicht aus. Das Trennen und Entsorgen von Separatabfällen zuhause entlastet die Sammelstellen.

Urbanes Leben ohne Auto

Private Fahrten zu den Sammelstellen sollen reduziert werden. Nicht zuletzt, da sie vermehrt zu Reklamationen durch benachbarte Liegenschaften führen. Zudem: 40 % der Stadtbewohner besitzen gar kein Auto. Separatabfälle direkt zuhause entsorgen zu können, ist für diese Zielgruppe also ein Komfortgewinn. Auch für Menschen im hohen Alter oder mit einer Beeinträchtigung kann der Gang zu den Entsorgungsstellen beschwerlich sein. Da das ergänzende System auf Freiwilligkeit basiert, können Bürgerinnen und Bürger von den Vorteilen profitieren. Alle anderen nutzen das bestehende System weiterhin.

Flexible Sammlung von Separatabfällen

Das Trennen von Separatabfällen ist stark in unseren Gewohnheiten verankert. Der Wunsch weitere Separatabfälle zu sammeln und die Recyclingquote zu erhöhen, ist gross. Insbesondere das Recycling von Kunststoffen oder auch Getränkekartons ist ein stetig wachsendes Bedürfnis. Die aktuelle städtische Abfuhrplanung für zusätzliche Separatabfälle zu erweitern, ist technisch wie logistisch nicht möglich. Zudem macht es ökologisch keinen Sinn. Besteht künftig Anlass, neue Separatabfälle separat zu sammeln (oder bestehende Sammlungen zu streichen), ist dies mit dem flexiblen Farbsack-Trennsystem unkompliziert und zeitnah realisierbar.

Schutz vor gefrässigen Wildtieren

Mit der Verschmutzung, verursacht durch von Tieren aufgerissene Kehrichtsäcke beschäftigen wir uns täglich. Insbesondere in der Corona-Pandemie stellt dies ein grosses Risiko dar. Die Einführung des Farbsack-Trennsystems geht mit einer flächendeckenden Containerpflicht einher. Damit ist das Problem gelöst und die Berner Strassen bleiben vor verstreutem Haushaltskehricht verschont.

 

 

Häufig gestellte Fragen