Das Farbsack-Trennsystem für die Stadt Bern

Das Farbsack-Trennsystem ist eine sinnvolle Ergänzung zum bestehenden System, denn es hat viele praktische Vorteile:
  • Alle Wertstoffe werden zuhause abgeholt. Das mühsame Schleppen zu den verschiedenen Sammelstellen entfällt. Das ist insbesondere ein Vorteil für Bürgerinnen und Bürger mit eingeschränkter Mobilität.
  • Die Säcke können bequem direkt vor dem Haus im Container entsorgt werden, an jedem beliebigen Wochentag und zu jeder Tageszeit.
  • Der Einsatz von Containern anstatt Säcken und Papierbündeln reduziert die gesundheitliche Belastung der Mitarbeitenden der Kehrichtabfuhr massgeblich.
  • Das System ist ökologisch sinnvoll. Es spart private Transporte zu den Sammelstellen. Die Wertstoffsammlung kann zudem flexibel weiterentwickelt werden.
  • Durch die Nutzung von Containern verschwinden die Kehrichtsäcke und Papierbündel aus dem Stadtbild. Auch sind sie nicht mehr für Wildtiere erreichbar.

Eckwerte stadtweite Einführung

Für die stadtweite Einführung des Farbsack-Trennsystems gelten folgende Eckwerte:
  • Das Farbsack-Trennsystem basiert auf Freiwilligkeit.
  • Das System wird ergänzend zu den öffentlichen Wertstoffsammelstellen eingeführt.
  • Nur die Bereitstellung in Containern wird flächendeckend eingeführt (ohne Stadtteil I).
  • Das Farbsack-Trennsystem wird schrittweise in den Stadtteilen II bis VI eingeführt. Für Stadtteil I wird eine eigenständige Lösung erarbeitet.
  • Die Wertstoffsäcke sind kostenpflichtig im Detailhandel erhältlich. Papier und Karton können lose und gratis im Container entsorgt werden.
Nächste Schritte
Öffentliche Vernehmlassung Mai bis August 2020
Umsetzungsvorlage im Stadtrat Ende 2020
Evtl. Volksabstimmung zu den Investitionskosten
sowie zu den Anpassungen im Abfallreglement (fakultatives Referendum)
1. Hälfte 2021
Schrittweise Einführung in den Stadtteilen II–VI 2022–2026

 

Die Farbsäcke

Folgende Wertstoffe werden zuhause in vier verschiedenen Farbsäcken gesammelt: Kunststoff, PET-Getränkeflaschen, Glas und Büchsen/Alu/Kleinmetall. Papier und Karton werden lose im Container entsorgt. Kehricht wird weiterhin im blauen Stadtberner Gebührensack gesammelt.

Container

Die Farbsäcke können in ein und demselben Container vor Ort entsorgt werden. Auch loses Papier und Kleinkarton werden im Farbsack-Container entsorgt. Entsorgung + Recycling Stadt Bern stellt Container zur Verfügung. Bereits bestehende Container werden nach Ablauf ihrer Lebensdauer von Entsorgung + Recycling ersetzt.

Die blauen Kehrichtsäcke werden in einem zweiten, separaten Container bereitgestellt.

Desweiteren gilt:
  • Grosse Kartons in einer Kartonschachtel oder gebündelt neben den Container stellen.
  • Kleinsperrgut wie bis anhin, mit einer Kleinsperrgutmarke versehen, neben dem Container bereitstellen.
  • Grüngut wie bis anhin als separate Sammlung.

Abfuhr & Sortierung

Der Container mit Farbsäcken und Papier/Karton wird alle zwei Wochen von der Abfuhr geleert. Kehricht wird wöchentlich abgeholt.

In der Sortieranlage werden die Farbsäcke nach Farben sortiert, das lose Papier sowie Karton werden getrennt.

Papier, Karton und Kunststoffe bleiben in der Sortieranlage und werden dort weiterverarbeitet. Büchsen/Alu/Kleinmetall, Glas und PET werden dem entsprechenden Abnehmer für die Weiterverarbeitung übergeben.

Kehrichtsäcke werden wie bis anhin in der Energiezentrale Forsthaus verbrannt.

Warum der Farbsack

Warum wir als städtische Entsorgung vom Farbsack-Trennsystem überzeugt sind:

 

24/365-Entsorgung

Das Bedürfnis, dann entsorgen zu können, wann man will – an jedem Wochentag, zu jeder Uhrzeit – ist gross. Es wird bereits heute gelebt, was zu Problemen beispielsweise an den Quartiersammelstellen führt. Vergisst jemand sein Papier am Sammeltag bereitzustellen, muss er zwei Wochen auf die nächste Abfuhr warten. Stehen Ferien an und wird der Kehrichtsack deshalb vor dem Abfuhrtermin bereitgestellt, riskiert man eine Busse. Mit dem Farbsack-Trennsystem kann rund um die Uhr, an jedem Wochentag, ganz bequem zuhause entsorgt werden.

Sammelstellen entlasten

Die städtischen Quartierentsorgungsstellen stossen an ihre Kapazitätsgrenzen. Sie sind permanent überlastet, was zu Unmut in der Nachbarschaft sowie zu einem grossen Reinigungs- und Instandhaltungsaufwand für Entsorgung + Recycling Stadt Bern führt. Bereits jetzt werden die Sammelstellen zweimal täglich geräumt und gereinigt. Insbesondere an den Wochenenden reicht das nicht aus. Das Trennen und Entsorgen von Wertstoffen zuhause würde die Sammelstellen entlasten.

Urbanes Leben ohne Auto

Private Fahrten zu den Sammelstellen sollen reduziert werden. Nicht zuletzt, da sie vermehrt zu Reklamationen durch benachbarte Liegenschaften führen. Zudem: 40 % der Stadtbewohner besitzen gar kein Auto. Wertstoffe direkt zuhause entsorgen zu können, wäre für diese Zielgruppe also ein Komfortgewinn. Auch für Menschen im hohen Alter oder mit einer Behinderung kann der Gang zu den Entsorgungsstellen beschwerlich sein. Da das ergänzende System auf Freiwilligkeit basiert, können Bürgerinnen und Bürger von den Vorteilen profitieren. Alle anderen nutzen das bestehende System weiterhin.

Flexible Wertstoffsammlung

Das Trennen von Wertstoffen ist stark in unseren Gewohnheiten verankert. Der Wunsch weitere Wertstoffe zu sammeln und die Recyclingquote zu erhöhen, ist gross. Insbesondere das Recycling von Kunststoffen oder auch Getränkekartons ist ein stetig wachsendes Bedürfnis. Die städtische Abfuhrplanung für zusätzliche Wertstoffe zu erweitern, ist technisch wie logistisch nicht möglich. Zudem macht es ökologisch keinen Sinn. Besteht künftig Anlass, neue Wertstoffe separat zu sammeln (oder bestehende Sammlungen zu streichen), ist dies mit dem flexiblen Farbsack-Trennsystem unkompliziert und zeitnah realisierbar.

Schutz vor gefrässigen Wildtieren

Mit der Verschmutzung, verursacht durch von Tieren aufgerissene Kehrichtsäcke beschäftigen wir uns täglich. Insbesondere in den Wochen der Corona-Pandemie stellte dies ein grosses Risiko dar. Die Einführung des Farbsack-Trennsystems geht mit einer flächendeckenden Containerpflicht einher. Damit wäre das Problem gelöst und die Berner Strassen blieben vor verstreutem Haushaltskehricht verschont.

Gesundheitsschutz für Beladerinnen und Belader

Das tagtägliche Hieven der Abfallsäcke und Papier/Kartonbündel ist eine langfristig sehr starke körperliche Belastung für die Mitarbeitenden der Abfuhr. Es treten insbesondere Verschleisserscheinungen im Schulter- und Rückenbereich auf. Mit der zukünftigen Bereitstellung in Containern, die für die Leerung an der Hebevorrichtung der Kehrichtfahrzeuge befestigt werden, könnte der betriebliche Gesundheitsschutz massgeblich verbessert werden.

 

Häufig gestellte Fragen